Platzgen, Kanton Bern, Ries, Platzge, Verband

 


 

Plattenwerfen
Hufeisenwerfen
HorseShoe G.
Quoits
HorseShoe P.

 

  Verwandte Sportarten
 
 

Plattenwerfen (Österreich und Bayern)

  Das Plattenwerfen oder auch „Platteln“ genannt, wird hauptsächlich in Salzburg, Oberösterreich und in Bayern betrieben. Schon früher wurde diese Sportart zum Zeitvertreib auf Kirtagen und Festen ausgetragen. Dabei ging es darum, sein Hufeisen auf eine gewisse Entfernung am nächsten zu einem bestimmten Ziel zu werfen. Heute haben allerdings die "Eisen" nicht mehr viel mit einem Hufeisen zu tun. Diese werden extra angefertigt. Sie müssen aber auch bestimmte Regeln einhalten. Allein in Österreich sind rund 2700 Plattenwerfer lizenziert!
 
  Chronik
 

Eine alte Überlieferung erzählt, dass schon in der Steinzeit „geplattlt“ wurde. Damals warf man mit Steinplatten und natürlich diente dieses Spiel der Unterhaltung, so wie alle heutzutage anerkannten Sportarten.

Wie viele andere heute betriebenen Sportarten ist auch das Plattln einmal aus dem Brauchtum heraus entstanden. Nach dem ersten Weltkrieg wurde überwiegend im oberen und unteren Innviertel, sowie im Hausruckviertel, ja man kann sagen, im ganzen oberösterreichischen Raum mit dem Plattln als Unterhaltungssport begonnen.

Dies aber besonders an arbeitsfreien Nachmittagen, an den so genannten abgeschafften Bauernfeiertagen, welche in der Landbevölkerung üblich waren. Dieses Hobby wiederum wurde von der Knechtschaft, dem Gesinde, wie sie im Volksmund genannt wurden, ausgeübt. Denn dies war damals fast die einzige Sportunterhaltung in der ländlichen Gegend.

Als Sportgeräte dienten vor allem ausgediente alte Hufeisen, die es ja zur Genüge gab, denn Pferde als Arbeitstiere waren bei den Bauern viele vorhanden. Es wurden auch vereinzelt dreieckige Eisenplatten als Wurfgerät verwendet.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Plattensport wieder allmählich aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Gegen Ende der 50iger Jahre wurden dann auch schon vereinzelt kleine Turniere veranstaltet, welche freundschaftlichen Charakter hatten. Diese Freundschaftsturniere fanden auch immer grösseren  Anklang.
 

 


Wettkampfplatz beim „Plattenschmeissn“
 

 

Als Ziel wurde damals nicht die heutige Form verwendet, sondern, es wurden überwiegend alten Fahrradreifen als Zielkreis benutzt. Diese wurden in sechs verschiedenen Längen verlegt. Der erste vom Abwurf aus gemessen nach 11 Metern, dann nach 12 1/2, nach 14, 15, 16 1/5 und 17 Metern. Als Wurfziel wurde die so genannte Daube (ein Holzklotz mit den Abmessungen 8x8x8cm) in die Mitte jedes Reifens gelegt.

Zwei „Moarschaften“ zu je 4 Mann warfen abwechselnd gegeneinander, in Form einer Punktezählung. Dieses Turnier wurde in zwei aufeinanderfolgenden Durchgängen ausgetragen. Die Zählweise war 3 Punkte wenn die Daube getroffen wurde und 2 Punkte wenn der Wurfkörper innerhalb des Reifens landete.

Diese gewonnenen Punkte wurden von beiden Durchgängen zusammengezählt und zur Ermittlung der Platzierungen herangezogen. Die Mannschaft wurde vom eigenen Verein aufgestellt und nominiert, so wie heute. Es gab natürlich keinen Reservemann, auf den im heutigen Sportbetrieb so sehr Wert gelegt wird.

Damals gab es schon das Einzelzielwerfen natürlich in einer anderen Form als heute. So wurden für diesen Zweck Eisenstangen in den Erdboden eingeschlagen auf welche dann nummerierte Eisenplatten mit einem Durchmesser von ca. 7 cm aufgehängt wurden. Diese aufgehängten nummerierten Platten mussten getroffen werden, wodurch sie dann zu Boden fielen. Diese Nummerierungen, welche von 1 bis 5 nummeriert waren, wurden zusammengezählt und ergaben so die Platzierung für das Zielwerfen.

Der Abstand zu den Tafeln betrug 6 Meter. Das Nenngeld im Mannschaftsbewerb war mit 20 Schilling pro Mannschaft festgelegt. Als Preise wurden kleine Pokale vergeben und dies an die Hälfte der beteiligten Mannschaft.

Die so genannte Moarschaftsbeteiligung lag bei 15 bis 17 Moarschaften pro Turnier. Der Turnierbeginn war um ca. 14 Uhr. Ab 1958 wurden die Mannschaften und natürlich auch die Vereine sowie die Veranstaltungen immer mehr.

Anfangs der 60iger wurde bei einigen Veranstaltungen schon allmählich auf eine jetzt ähnlich Form im Mannschaftsbewerb umgestiegen. So wurde vom ältesten Verein Geretsberg, früher "Scharfes Eck" genannt, schon Turniere veranstaltet, welche olympischen Charakter hatten.

So wurden Wurffelder gemacht, ähnlich wie beim Asphaltschießen mit 5 x 2 Meter, 50 cm vom Wurfziel vom Feld vorne hereingemessen wurde ein Pflock in den Boden eingeschlagen der mit dem Erdboden gleich war und auf diesem dann die Daube gelegt wurde. Die Mannschaftstärke war 4 gegen 4, es wurde aber auch der Versuch gemacht, 8 gegen 8 zu werfen. Letzteres wurde nur einmal gestartet, dann gleich wieder fallen gelassen.

Bei diesen organisierten Veranstaltungen in Geretsberg "Scharfes Eck" waren auch viele Mannschaften aus Salzburg vertreten.

Die vom Innviertel vertretenen Mannschaften waren Geretsberg, Fuking, Haigermoos, Ostermiething, Tartsdorf, Haid, Schwand, Haselbach und Mühlheim. Auch im benachbarten Bayern fanden damals pro Jahr an die 10 bis 15 Turniere statt.
 

 


Impressionen auf dem Wettkampfplatz beim „Platteln“
 

 

Um auch von Bayern einige Vereine aufzuzählen waren dies: Kolbermoos, Bad Bruck, Übersee, Schnaitsee, Taufkirchen bei München, Traunstein und Rosenheim.

Als Sieger bei diesen oberösterreichisch-bayerischen Turnieren gingen damals schon die Innviertler als Sieger hervor, denn die zählten damals schon zu den stärksten Mannschaften der Gegend.

Gegen Mitte der 60iger Jahre wurden die Beteiligungen bei den Turnieren immer stärker, denn immer mehr Vereine und Moarschaften kamen dazu. Aber nicht nur die Moarschaften sondern auch die Wurfgeräte nahmen immer grössere Dimensionen und Formen an.

  Regeln:
 
 

Eine Mannschaft besteht aus vier Mitgliedern. Jedes Mitglied hat sein eigenes Eisen. Die Form dieses Eisens ist grundsätzlich frei wählbar (Ring- oder hufeisenförmig). Es darf allerdings einen Durchmesser von 17 cm nicht überschreiten. Die Stollen an der Unterseite dürfen maximal 2 cm lang sein.

Die Eisen werden auf ein Holzstück, genannt "Daube" mit 8x8x8 cm geworfen. Die Entfernung beträgt bei Beginn jedes Spieles 19 Meter. Diese Distanz kann sich allerdings verlängern wenn ein Spieler diese Daube trifft und diese weg geschleudert wird.

Bei jedem Spiel werden mehrere Kehren (Durchgänge) geworfen. Die Mannschaft, die am Ende der Kehre die meisten Eisen näher an der Daube als die gegnerische Mannschaft hat, bekommt die entsprechenden Punkte. Für ein Eisen 3 Punkte, für zwei Eisen 5 Punkte, für drei Eisen 7 Punkte und für 4 Eisen 9 Punkte.

Am Ende des Spieles werden die Punkte zusammen gezählt und der mit den meisten Punkten hat dieses Spiel gewonnen. Bei einem Turnier wird gegen jede angetretene Mannschaft ein Spiel ausgetragen. Sieger des Turniers ist die Mannschaft mit den meisten Punkten.
 

 


Dieser Wurf hat die „Daube“ knapp verfehlt und zählt lediglich 3 Punkte

 

Hufeisen Werfen (Deutschland)

 

Hufeisenwerfen ist eine Sportart, die nicht nur in Amerika gespielt wird. Die Begeisterung und das Interesse für dieses Spiel ist auch in den deutschen Country Clubs zu finden.

Seit 1995 finden jährlich Deutsche Hufeisenmeisterschaften statt. Am 23.09.95 wurde unter der Schirmherrschaft des Dachverbandes Pro Country die ersten offizielle Horseshoe Pitching Championchips in Bonn durchgeführt.

Der Dachverband Pro Country hat sich zum Ziel gesetzt, das Hufeisen–Werfen in Deutschland zu verbreiten und zu reglementieren. Es wurden jedoch nicht alle Regeln der amerikanischen Version übernommen, um die Anfangsanforderungen nicht zu hoch zu setzen. Deshalb haben diese Regeln eine begrenzte Gültigkeit und werden laufend ergänzt und aktualisiert.
 

  Sehen Sie die Regeln zum Hufeisenwerfen unter folgendem Link:
 
 

Hufeisen-Werfen / German- und American- Disziplin

   
 


Wurf und Bewertung beim Hufeisenwerfen
 

 


Ein Ring, eine ebene Fläche, die geeigneten Wurfkörper – und schon kann das Freizeitvergnügen beginnen.

 

Horse-Shoe Games (Weltweit)

 

Unter diesen oder ähnlichen Namen gibt es die beschriebenen Zielwurfspiele in vielen anderen Ländern so auch in Norwegen, Schweden, Finnland oder in England. Aber auch in Italien, Polen, Russland oder in Israel. Sogar in Südafrika, Nigeria, Australien oder Neuseeland. Auch in Honduras, auf den Bahamas oder gar auf den Philippinen werden diese oder sehr ähnliche Spiele betrieben.

Horseshoe-Pitching, Plattenwerfen, Hufeisenwerfen oder das uns am besten bekannte Platzgen ist eine Sportart oder ein Spiel, das so einfach wie genial ist und das ganze Gruppen von Menschen in seinen Bann ziehen kann.

In Frankreich, aber auch in Belgien heisst dieses Freizeitvergnügen „Fer Cheval“

 
Im Unterschied zur Amerikanischen Version, gelangen in Belgien tatsächlich gebrauchte Hufeisen zum Einsatz.

 

Quoits Nordamerika (Pennsylvania)

 

Es scheint erwiesen, dass diese Spiele von europäischen Siedlern nach Amerika gebracht worden sind. (siehe Einleitung Ste. 5) Auch in Amerika ist über die Herkunft dieses Spiels nicht sehr viel bekannt.

Ein Spiel mit dem Namen Quoits, wurde schon im späten 14 Jahrhundert auf den Britischen Inseln gespielt. Nachdem die Siedler diese Spiele nach Amerika gebracht haben, war Quoits im Norden Amerikas schon bald ein weit verbreiteter Zeitvertreib.
 

 


Bergleute beim Quoits-Spiel 1873 / Manchmal hielten Quoits Vereine ihre Wettkämpfe in Hallen ab
 

  In den Zwanzierjahren wurde Quoits aber in der Popularität durch Horseshoe Pitching überholt und verdrängt, so dass dieses Spiel lange Zeit in der Anonymität verschwand. 
 

Glücklicherweise fanden sich in Nordamerika einige Idealisten, denen es gelang, die beinahe in Vergessenheit geratene Wurfsportart Quoits in der Öffentlichkeit wieder bekannt zu machen. So wurden im Staate Pennsylvania Klubs gegründet.

Der daraus entstandene Verband „United States Quoiting Association (USQA)“ verstand es unter grossen Anstrengungen, im September 2003 in Gilbertsville PA erstmals eine Quoits-Weltmeisterschaft durchzuführen. Auf 30 Bahnen haben sich 60 Mannschaften an diesen „Welttitelkämpfen“ beteiligt.

 


An der Weltmeisterschaft 2005 in Amityville bestand das Teilnehmerfeld bereits aus 90 Mannschaften.
 

 

Die Distanz zwischen den zwei gegenüberliegenden Abwurf- und Zielzonen beträgt 21 Fuss, gegenüber deren 40 Fuss beim Horseshoe Pitching. Somit beanspruchen diese Spielfelder nur rund halb soviel Platz wie die Spielfelder der Hufeisenwerfer.

Obwohl Quoits und Horseshoe Pitching sehr stark verwandt sind, gibt es einen markanten Unterschied. Quoits ist eher ein taktisches Spiel, bei dem nebst der Genauigkeit des Wurfs auch immer versucht wird den Gegner zu blockieren oder dessen Wurfkörper wegzudrücken oder wegzuspicken.
 

 


Grosse Anlässe erfordern keine baulichen Massnahmen. Die Zielflächen werden einfach ausgemessen und
der Kreis auf Wiesland wird in der Mitte mit einem Metallstab versehen, der ca. 25 cm zur Erde herausragt.
 

 


Zielversion eines Vereins mit Lehm   /   mit einem Zirkel werden die Abstände der Wurfkörper
zum Metallstab gemessen
 

 



Quoits, Plattenwerfen, Horseshoe Pitching, Hufeisenwerfen, Platteln, Platzgen - der Unterschied ist wirklich
nur in der Form der Wurfgeräte, den Distanzen und den unterschiedlichen Zielanlagen zu erkennen.
 

 


Eine Runde zu Gunsten des Spielers A ….. /  Gespielt wird im K.O.-System Mann gegen Mann

 

Horseshoe Pitching (Amerika und Kanada)

 

Während des 19. Jahrhunderts war das Hufeisenpitching im mittleren Westen Amerikas bereits populär.
 

 


Diese Anlage eines Amerikanischen Klubs entspricht in der Grösse ungefähr einem Festplatz, der in
der Schweiz jeweils für ein Platzgerverbandsfest aufgebaut wird.
 

 

Der erste Hufeisenpitching-Verein wurde 1899 in Meadwille, Pennsylvania gegründet. Leider ist jedoch wenig bekannt über diese Gründung. In Bronson, Kansas fand das erste Weltmeisterschaftsturnier statt. Die ersten schriftlichen Richtlinien stammen von diesem Turnier.
 

 


Beim Horseshoe Pitching ist immer auch ein Schiedsrichter anwesend
 

 


Diese Sportart ist weit verbreitet und wird von vielen Amerikanern nicht nur in Wettkämpfen, sondern
auch als Freizeitspass betrieben.
 

 

Am 6. Mai 1914 wurde in Kansas City mit der American Horseshoe Pitchers Association (GLAHPA) die erste grosse Hufeisenwerferverbindung gegründet.

Eine zweite grosse Verbindung, die National League of Horseshoe and Quoit Pitchers (NLHQP) wurde am 26. Februar 1919 in St. Petersburg, Florida gegründet.

Diese beiden Verbände bestanden bis 1921, bevor sie 1925 in Ohio zu der National Horseshoe Pitchers Association (NHPA) verschmolzen wurden.

 

 

In diesen Jahren der Entwicklung sind immer wieder kleinere Reglementsänderungen vorge-nommen und die Spielregeln angepasst worden.

Die NHPA bemüht sich, diesen Sport zu fördern, Richtlinien und Ausrüstung zu standardisieren. Sie ist Bindeglied zwischen kleineren Verbänden, den lokalen Vereinen und Gruppen. Die NHPA organisiert das jährliche Weltturnier sowie kleinere Turniere und erstellt das Ligaprogramm.
 

 


Die Beschaffenheit der Zielanlage, wie auch das Handling ähnelt sehr dem urschweizerischen Platzgen.
 

 

Die genauen Regeln wie sie heute zur Anwendung gelangen, sind bereits unter Hufeisenwerfen in Deutschland beschrieben.

Im NHPA sind ca. 15'000 lizenzierte Spieler vereinigt. Schätzungen zufolge wird Hufeisenpitching jährlich von mehr als 15 Millionen Leuten zum Plausch- und als Freizeitvergnügen gespielt.
 

 


Eine eindrückliche Klub-Anlage in der „Northern California Horseshoe Pitchers Association“
 

 

Von Oklahoma über Wyoming, von Arkansas bis Idaho, Süd-Kalifornien und sogar in New York - in Amerika, aber auch in Kanada existiert in jedem Staat eine Vereinigung, der wiederum bis zu 40 Vereine angeschlossen sind.

Wohl nirgends auf der Welt ist Hufeisenwerfen so verbreitet wie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
 

 


Dies sind nur einige Beispiele von Horseshoe Pittcher’s Assotiation’s.
 

 


Mit solchen Horse-Shoes wird in Amerika geworfen
 

 

 
 
 
© Christian Zimmermann